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Germany Bavaria Abitur Deutsch

Abitur · ISB BayernEnglish Language47 notes in 5 folders, 249 KB

47 revision notes for ISB Bayern Abitur English Language, made by cookie, in 5 sections that follow the course's topics.

Notes for Abitur Deutsch in Bavaria (G9 LehrplanPLUS Deutsch 12/13 and the ISB Handreichung for the Abitur from 2026), in folders for literary history from the Baroque to the present, the two shared set texts (Kleist, Der zerbrochne Krug; Erpenbeck, Heimsuchung), text analysis, language and communication, and the writing forms. Written in German, with one note per epoch, per set-text topic and per writing form. Delete any note you do not need once the notes are yours.

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What is inside

  • Literaturgeschichte
    • Epocheneinteilung und Überblick6 KB
    • Barock4 KB
    • Aufklärung und Empfindsamkeit6 KB
    • Sturm und Drang4 KB
    • Weimarer Klassik6 KB
    • Romantik5 KB
    • Biedermeier und Vormärz5 KB
    • Realismus5 KB
    • Naturalismus5 KB
    • Literarische Moderne um 19007 KB
    • Expressionismus4 KB
    • Weimarer Republik und Neue Sachlichkeit5 KB
    • Exilliteratur und innere Emigration5 KB
    • Nachkriegsliteratur bis 19897 KB
    • Gegenwartsliteratur seit 19895 KB
  • Pflichtlektüren
    • Kleist, Der zerbrochne Krug: Autor, Entstehung, Form6 KB
    • Kleist, Der zerbrochne Krug: Figuren und Handlung7 KB
    • Kleist, Der zerbrochne Krug: Motive, Themen, Deutung6 KB
    • Erpenbeck, Heimsuchung: Autorin, Aufbau, Erzählweise5 KB
    • Erpenbeck, Heimsuchung: Figuren und Schicksale5 KB
    • Erpenbeck, Heimsuchung: Motive, Themen, Bezüge5 KB
  • Textanalyse
    • Rhetorische Figuren und Sprachbilder7 KB
    • Lyrik: Aufbau, Metrik und Gedichtformen5 KB
    • Lyrisches Sprechen und Strömungen der Lyrik5 KB
    • Epik und Erzähltechnik6 KB
    • Dramatik6 KB
    • Gattungen und Textsorten5 KB
    • Pragmatische Texte und Argumentation5 KB
  • Sprache und Kommunikation
    • Kommunikationsmodelle6 KB
    • Gesprächsverhalten und kommunikative Fairness5 KB
    • Sprachvarietäten und Mehrsprachigkeit5 KB
    • Spracherwerb4 KB
    • Sprachphilosophie: Sprache, Wirklichkeit und Denken5 KB
    • Sprache in politisch-gesellschaftlichen Verwendungszusammenhängen7 KB
    • Sprache in analogen und digitalen Medien5 KB
    • Sprachwandel und Sprachgeschichte5 KB
    • Grammatik und Semantik6 KB
    • Rechtschreibung und Zeichensetzung5 KB
  • Schreibformen
    • Interpretation literarischer Texte: Vorgehen6 KB
    • Gedichte interpretieren4 KB
    • Prosa und Dramenauszüge interpretieren5 KB
    • Weiterführende Schreibaufträge5 KB
    • Analyse pragmatischer Texte5 KB
    • Erörterung pragmatischer Texte5 KB
    • Argumentierender Beitrag6 KB
    • Materialgestütztes Informieren4 KB
    • Schreibprozess und Überarbeiten5 KB

The first note

Literaturgeschichte / Epocheneinteilung und Überblick

Die deutsche Literaturgeschichte wird in Epochen gegliedert, damit sich Texte in ihrem geistes- und sozialgeschichtlichen Zusammenhang einordnen lassen. Eine Epoche ist ein Zeitabschnitt, in dem bestimmte Themen, Formen, Weltbilder und Schreibweisen vorherrschen. Die Grenzen sind Konstruktionen späterer Literaturwissenschaftler: Sie werden nachträglich gezogen, sie sind je nach Blickwinkel verschiebbar, und die Jahreszahlen sind Näherungswerte.

Die Epochen in zeitlicher Folge

Epocheungefährer ZeitraumLeitgedanke
Barockum 1600 bis um 1720Vergänglichkeit und Gottesordnung, Leben als Schauspiel
Aufklärungum 1720 bis 1785Vernunft, Mündigkeit, Toleranz
Empfindsamkeitum 1740 bis 1780Gefühl, Mitleid, Freundschaft
Sturm und Drangum 1767 bis 1785Genie, Natur, Aufbegehren gegen Regel und Stand
Weimarer Klassik1786 bis 1805Humanität, Harmonie, Bildung, Formstrenge
Romantikum 1795 bis um 1835Gefühl und Fantasie, Sehnsucht, Universalpoesie
Biedermeier und Vormärzetwa 1815 bis 1848Rückzug ins Private einerseits, politisches Engagement andererseits
Poetischer Realismusum 1848 bis um 1890Wirklichkeit, künstlerisch verklärt
Naturalismusum 1880 bis um 1900genaue Abbildung sozialer Wirklichkeit
Literarische Moderne um 1900um 1890 bis 1914Impressionismus, Symbolismus, Sprachskepsis, Ich-Krise
Expressionismusum 1910 bis um 1925Aufbruch und Untergang, Großstadt, Krieg
Weimarer Republik, Neue Sachlichkeit1918 bis 1933nüchterne Zeitdiagnose, politisches Theater
Exilliteratur und innere Emigration1933 bis 1945Schreiben im Exil oder unter der Diktatur
Literatur der Nachkriegszeit bis 19891945 bis 1989Aufarbeitung der Vergangenheit, zwei deutsche Literaturen
Gegenwartsliteraturseit 1989Rückschau, Identität, Pluralität, Globalisierung

Die Epochen überlappen sich. Die Empfindsamkeit läuft innerhalb der Aufklärung, der Sturm und Drang überschneidet sich mit beiden, und Klassik und Romantik bestehen anderthalb Jahrzehnte gleichzeitig. Man spricht von Ungleichzeitigkeit: Verschiedene Strömungen sind zur selben Zeit am selben Ort wirksam. Außenseiter wie Hölderlin, Jean Paul und Kleist lassen sich weder der Klassik noch der Romantik klar zuweisen.

Drei Arten von Epochenbegriffen

Manche Epochennamen benennen einen Zeitraum (Biedermeier nach dem Spottnamen einer Kunstfigur, Vormärz als Zeit vor der Revolution 1848), andere ein Ordnungsprinzip oder Weltbild (Aufklärung, Humanität), wieder andere einen Stil (Barock, Expressionismus, Naturalismus). Einige Namen sind Selbstbezeichnungen der Beteiligten, etwa Sturm und Drang oder Romantik, andere kamen erst später auf, wie Barock oder Biedermeier. Der Unterschied ist für die Interpretation wichtig: Wer eine Epochenzuordnung begründet, nennt die Merkmale am Text und die Zeitumstände, nicht nur die Jahreszahl.

Literatur im Zusammenhang von Gesellschaft und Ideen

Jede Epoche antwortet auf Erfahrungen ihrer Zeit. Die Aufklärung folgt auf Religionskriege und höfischen Absolutismus, die Romantik reagiert auf Französische Revolution, Napoleonische Kriege und beginnende Industrialisierung. Der Realismus verarbeitet die gescheiterte Revolution von 1848 und den Aufstieg der Naturwissenschaften. Die Moderne um 1900 steht unter dem Eindruck von Großstadt, Psychologie und Sprachzweifel, der Expressionismus unter dem von Krieg und Entfremdung. Nach 1945 ist die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust ein Bezugspunkt, nach 1989 die Vereinigung der beiden deutschen Staaten.

Für die Interpretation sind deshalb drei Fragen nützlich: Welches Weltbild und welches Menschenbild zeigt der Text? Welche formalen Besonderheiten (Gattung, Vers, Erzählweise) gehören typischerweise zu dieser Strömung? Wo weicht der Text vom Epochentypischen ab? Ein Text ist nie nur Beispiel einer Epoche, er kann sie auch kritisieren oder parodieren.

Diachrone und synchrone Zusammenhänge

Ein diachroner Blick verfolgt ein Motiv oder eine Form durch die Zeit, etwa das Motiv der Stadt von der Aufklärung bis zur Gegenwart oder die Entwicklung des Bildungsromans. Ein synchroner Blick vergleicht Texte derselben Zeit, zum Beispiel Gedichte desselben Jahrzehnts aus Expressionismus und Symbolismus. Beide Perspektiven werden in vergleichenden Schreibaufträgen verlangt, und beide gelingen am besten, wenn man pro Epoche wenige Autoren mit Werken, Themen und Formen sicher verbinden kann.

Kanon und Epochenkritik

Der Kanon ist die Auswahl von Werken, die eine Gesellschaft als bedeutend bewahrt, lehrt und aufführt. Er ist nicht naturgegeben: Er wird von Schulen, Verlagen, Kritik, Theatern und Wissenschaft gebildet und verändert sich. Lange fehlten in ihm Autorinnen und Texte von Außenseitern; manche wurden später wiederentdeckt. Wer die Kanonisierung kritisch betrachtet, fragt, wer auswählt, nach welchen Kriterien und welche Werke dadurch unsichtbar bleiben.

Auch die Epocheneinteilung selbst ist kritisierbar. Sie vereinfacht, hebt männliche Dichtergruppen hervor und folgt oft politischen Daten, obwohl sich literarische Entwicklungen anders vollziehen. Zudem ist die Einteilung stark an die deutsche Entwicklung gebunden; europäische Parallelen wie Realismus und Moderne laufen zeitlich versetzt.

Intertextualität

Intertextualität bezeichnet den Bezug eines Textes auf andere Texte durch Zitat, Anspielung, Motivübernahme, Parodie oder Nachahmung. Sie ist in der Literaturgeschichte allgegenwärtig: Epochen bauen auf Vorgängern auf oder grenzen sich von ihnen ab, wie der Sturm und Drang von der Aufklärung oder der Naturalismus vom Idealismus der Klassik. Ein Roman der Gegenwart kann ein Drama des 19. Jahrhunderts als Motto aufnehmen, so wie Erpenbecks „Heimsuchung“ auf Büchners „Woyzeck“ verweist. Wer solche Bezüge erkennt, kann sie in einer Interpretation als Deutungsargument nutzen.

Orientierung für die Epochennotizen

Zu jeder Epoche gehören vier Dinge: der historische und geistesgeschichtliche Hintergrund, das Menschen- und Weltbild, die typischen Formen und Gattungen und ein paar Autoren mit zentralen Werken. Die folgenden Notizen sind so aufgebaut, und in Aufgaben zu den Umbrüchen um 1900 oder zur Romantik zahlt sich dieses Gerüst aus.

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